Urlaub

Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen,
sollte man in den Urlaub fahren.

Ephraim Kishon

 

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Das Wort Urlaub hat im Lauf der Jahrhunderte eine Bedeutungsverengung erfahren. Das althochdeutsche urloub, erstmals belegt im 8. Jahrhundert, und die mittelhochdeutsche Form urloup bedeuteten allgemein “Erlaubnis”. Das Wort ist eine Nominalbildung zu erlauben, Urlaub war mithin einst schlicht “das Erlaubte”. Bereits in mittelhochdeutscher Zeit wird es aber schon im Sinne von “Erlaubnis, wegzugehen” verwendet, wenn in der Minnedichtung oder den Heldenepen der Ritter um Urlaub bittet, wenn er sich von seiner Dame oder seinem Herrn entfernen will. In der Neuzeit wurde Urlaub dann auf die vorübergehende Befreiung von einem Arbeits- und Dienstverhältnis bezogen. In diesem Sinn benutzt es etwa schon Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1831). Seit 1918 finden sich tarifvertragliche Urlaubsregelungen. Heut ist Urlaub definiert als bezahlte Freizeit während eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses, also die “Erlaubnis” des Arbeitgebers, für eine bestimmte Zeit vom Arbeitsplatz wegzugehen. In Deutschland ist das einheitlich geregelt durch das Bundesurlaubsgesetz von 1963.
So entstanden Begriffe wie Urlaubsschein, Urlaubsgeld, Erholungsurlaub, Bildungsurlaub, Erziehungsurlaub. Für die Verbindung des Urlaubs mit einer Kur gibt es den Ausdruck Kurlaub. Hafturlaub nennt man die befristete Freilassung aus der Haft.

aus: Bertelsmann “Wörterbuch der deutschen Sprache” 2004 S.1446

 

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